das Leben mit Immundefekt

Cannabidiol

von Jens

Was es ist und wie es wirkt

Wäh­rend ihr in Ste­phans Arti­kel eine Men­ge über die prak­ti­sche Anwen­dung und Erfah­run­gen mit Can­na­b­idiol nach­le­sen könnt, soll es hier um die phy­sio­lo­gi­schen und che­mi­schen Hin­ter­grün­de gehen.

Was ist Cannabidiol eigentlich?

Cannabidiol (kurz CBD) ist – wie der Name schon vermuten lässt – ein Stoff aus der Gruppe der Cannabinoide (genauer gesagt ein Phytocannabinoid), welcher vor allem in Pflanzen der Gattung Cannabis, also dem Hanf, vorkommt. Im Gegensatz zu dem in der Allgemeinheit wesentlich bekannteren THC (Tetrahydrocannabinol) hat CBD keine oder eine nur sehr schwach ausgeprägte psychoaktive Wirkung – es verursacht also keinen “High-Effekt”. In der Pflanze selbst verhalten sich die beiden Stoffe übrigens antiproportional zueinander: Eine Züchtung mit hohem CBD-Anteil enthält wenig THC (diese Pflanzen finden Verwendung als Medinzinalhanf).

Wie wirkt es

Die Wirkung von CBD setzt im sogenannten Endocannabinoiden System des Körpers an, welches unter anderem im Nervensystem, der Regulation unseres Immunsystems aber auch in interzellulären Vorgängen eine Rolle spielt.
Auch wenn die Wirkungsweise noch nicht vollständig erforscht ist, geht man derzeit von mindestens zwei Rezeptoren aus, an welchen Cannabidiol andockt und seine typische Wirkung entfaltet: CNR1 und CNR2.

Der Cannabinoid-Rezeptor 1 (CNR1) vermittelt die Wirkung der körpereigenen (endogenen) oder extern zugeführten Cannabinoide im zentralen Nervensystem, aber auch innerhalb des Immunsystems. Die endogenen Cannabinoide werden beispielsweise bei Stress im Mittelhirn ausgeschüttet und sorgen damit an diesem Rezeptor für eine kurzzeitige Schmerzhemmung – diese Wirkung lässt sich auch durch von Außen zugeführe Cannabonoide wie CBD oder THC auslösen. Desweiteren führt ein aktivierter CNR1 zu vermehrtem Appetit, Senkung der Körpertemperatur und Verdrängung von negativen Erinnerung (Angstminderung). Auch Entzugserscheinungen bei Suchtverhalten können gemindert werden.

Dahingegen ist über den Cannabinoid-Rezeptor 2 (CNR2) noch wenig bekannt. Da aber auch er in Zellen des Immunsystems nachgewiesen werden konnte, wird auch er in Verbindung mit entzündungsvermittelnden Prozessen verschiedner Art gebracht.

Da der CNR2 allerdings auch in Zellen welche am Knochen Auf- und Abbau beteiligt sind vorkommt, wird derzeit untersucht ob Cannabinoide in Verbindung mit dem Abbau von Knochenmasse zu bringen sind.

Ist es gifitg?

Im Tierversuch wurde bei Mäusen ein LD50-Wert (also jene Dosis ab welcher eine Todeswahrscheinlichkeit von 50% einsetzt) von 42 mg pro Kilogramm Körpergewicht bei intravenöser Verabreichung ermittelt. Auf den Menschen umgerechnet würde dieses eine Dosis von etwa 150 mg pro Kilogramm Körpergewicht bedeuten – direkt in die Blutbahn wohlgemerkt. Da die Aufnahme im Darm bei 6% und über die Lunge bei 20% der zugeführten Menge liegt, ist es mit natürlichen Produkten praktisch unmöglich eine Überdosierung zu erreichen, da diese Menge bereits über dem 1000-fachen der Wirksamen Dosis liegt.

Habt ihr noch Fragen zu Cannabidiol, Cannabinoiden oder anderen Wirkstofffen? Dann lasst es uns wissen – Wir recherchieren gerne für euch.

Euer, Jens

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