Leben mit Immundefekt / Hafer, Hanf und Cannabis

Oh Gott wir haben was geraucht!

Stephan

Cannabis in meinem Alltag

Nicht wissenschaftlich, aber ehrlich!

Liebe entspannte Leserschaft,

es ist Sonntag Nachmittag, mein Mann zockt auf der Playstation, meine Mutter telefoniert mit meiner Schwiegermama, die Katzen lassen sich an den offenen Fenstern den Wind um die Fellnasen wehen und nebenbei läuft der Song  “Oh Gott” von Greeen. Ein herrlich süßer Duft liegt in der Luft und die Stimmung ist sehr entspannt – ein Moment des Friedens, ohne Stress- ja alles in Ordnung.
Der Haushalt ist gemacht, Mama ist frisch geduscht und vielleicht kommt später noch ein Kumpel vorbei. Außer, dass ich noch zum Kiosk muss, ist chillen angesagt. Chillen bedeutet für mich auch immer konstruktives Denken, philosophieren, fühlen und reden. Fokussierte Gedanken zu Ende denken und sie verschriftlichen, dabei Musik hören oder wie oben beschrieben, meinem Mann einfach nur beim stressfreien Spielen zuschauen.

Meine Meinung

So jetzt mal Butter bei die Fische! Was zur Hölle haben manche Menschen für ein Problem mit Cannabis? Ich kann es wirklich nicht verstehen: Cannabis hat unglaublich viele positive medizinisch nutzbare Eigenschaften, während Tabak und Alkohol immer nur krank machen.
An Cannabis stirbt man nicht, an Tabak und Alkohol sehr häufig. Alkohol zerstört Leben und ganze Familien, macht aggressiv und tötet Gehirnzellen. Tabak-Raucher haben alle irgendwann COPD (bis hin zum Lungenemphysem) und hängen dann am Sauerstoffgerät, wenn sie nicht schon längst nen Schlaganfall oder Herzinfarkt bekommen haben.
Auf Partys bei denen Cannabis konsumiert wird gibt es keinen Ärger, während der Alkohol irgendwann immer zu Gewalt, Leid und Schmerz führt. Es gibt kein “Koma-Kiffen”, aber das lebensgefährliche Komasaufen wird heruntergespielt (wir hatten ja schließlich alle schon unseren Absturz in der Jugend). Ja, und während der meist süddeutsch angehauchte Bierzeltbesucher noch maaßweise Zellgift in sich rein schüttet und sich die daraus resultierenden Folgen vom Steuerzahler bezahlen lässt,  muss der gesund lebende Cannabiskonsument juristische Probleme fürchten, die dann am Ende bekloppter Weise – weil unnötig – wieder vom Staat finanziert werden. Ich kann es einfach nicht verstehen… Ich glaube, wenn man Alkohol verbieten würde und Cannabis legalisieren, dann würde es nicht lange dauern und wir hätten den ersten Weltfrieden – zumindest würde sich die Zahl der Arschlöcher drastisch reduzieren (was ja immerhin ein guter Anfang wäre…).

Hilft mir halt

So locker die Überschrift für diesen Absatz auch klingt, so easy ist das alles gar nicht.

Cannabis hilft mir nicht nur besser durch den Tag zu kommen, es ersetzt bei mir sogar einiges an Medikamenten unter deren Nebenwirkungen ich vorher mitunter regelrecht gelitten habe. Es macht mir auch meine sonstige Behandlung erträglicher, zudem bin ich natürlich entspannter und ausgeglichener. Jedoch hat Cannabis bei mir nicht nur solch kleine gute Effekte, es wirkt vielmehr extrem vielseitig – deshalb ist es auch zum Bestandteil meines täglichen Lebens geworden.
Wenn ich regelmäßig konsumiere, sind meine Entzündungswerte niedriger – das haben die Laborwerte der letzten Jahre eindeutig gezeigt. Mit Cannabis bleiben die Entzündungen von Magen und Darm auf einem erträglichen Level (ohne kann ich nicht richtig essen und jeder Stuhlgang wird zur flüssig-brennenden Zerreißprobe). Zwar kommen die rheumatischen Gelenkschmerzen auch mit Cannabis durch, allerding sind sie in der Stärke dann durchaus aushaltbarer. Auch die ganzen allergischen Reaktionen verlaufen milder, solange ich genug THC, CBD sowie all die anderen schönen Cannabinoide im Blut habe.
Mit dem richtigen Cannabis in der richtigen Dosis verschwindet meine chronische Müdigkeit und Erschöpfung fast gänzlich, so das ich erst nach dem Konsum am frühen Morgen richtig in den Tag starten kann.

Aus verschiedenen Gründen wirken Schmerzmittel und Psychopharmaka bei mir nicht richtig, genau wie Betäubungsmittel und manche Sedierung. Ich bin schon während Narkosen aufgewacht, allerdings keine Sorge; Schmerzen hatte ich keine. Da ich von vielem die dreifache Dosis benötige bis ich etwas merke, habe ich leider auch die dreifachen Nebenwirkungen.
Es gibt nur eine einzige Sache bei der Cannabis mir nicht hilft und das sind Kopfschmerzen. Naja, aber ansonsten ist diese Pflanze für mich unersetzlich geworden. Auch auf meine Psyche wirkt sich der Konsum sehr positiv aus: Angstattacken und Zwangsgedanken treten bei mir unter Cannabis nicht auf, meine traumatischen Erlebnisse spielen dann kaum mehr eine Rolle und sowohl die innere Unruhe als auch meine Schlafprobleme sind damit gut in den Griff zu bekommen.

Alltag

“Anwälte, Ärzte und Polizisten… in Münster konsumieren sie alle!” – diese Antwort bekommt man wenn man ortsansässige Tabakwarenverkäufer fragt, wer in der Stadt des westfälischen Friedens alles so Zubehör für den Cannabis Konsum kauft.

An warmen Frühlingstagen und in lauen Sommernächten weht an jeder Ecke Münsters ein grünes Lüftchen daher und auch sonst riecht es hier an so gut wie  jedem Studentenwohnheim wie in einem holländischen Coffeeshop. Münster ist bekannt für seine Cannabis Kultur, für seine weltoffene und liberale Einwohnerschaft. Ob am Hafen, am Aasee oder in den kultigen Kneipen und Absteigen der Stadt: Cannabis liegt in der Luft und Münster selbst kämpft für einen legalen Freizeitkonsum. Diese traumhafte Stadt nahe der holländischen Grenze will mit Modellprojekten beispielhaft vorangehen und scheint dieses Thema zumindest nicht zu verteufeln.
Viele Münsteraner warten nur darauf, dass es hier die ersten legalen Ausgabestellen gibt. Wir haben eine der niedrigsten Arbeitslosigkeitszahlen, wenigsten Gewalttaten und die wenigsten Menschen mit rechtem Gedankengut… und das alles in einer absoluten “Kifferstadt”. Ich sag es ja… Weltfrieden.

Bin ich abhängig?

Ja, aber nicht in Form einer Sucht. Ich bin auch abhängig von meinen Immunglobulinen, von den Schilddrüsentabletten, vom Asthmaspray usw.. Ja, ich bin von manchen Medikamenten sogar so abhängig, dass ich nicht lange problemlos ohne sie Leben kann. Ich bin aber auch abhängig davon, dass mein Mann mich unterstützt und auch vom Pflegesystem bin ich abhängig. Sucht ist immer eine Mischung aus Suche und Flucht oder Siechtum und Flucht.
Bei der ersten Interpretation falle ich raus, weil ich vor nichts fliehe – im Gegenteil, ich bin viel mehr da und halte das “Hier und Jetzt” viel besser aus. In die zweite Kategorie falle ich auch nicht, da ich so erst richtig funktioniere, ich den Alltag besser meistern kann und es mir auch körperlich besser geht – also nix mit Siechtum. Selbst suchen tue ich nichts, da ich ja schon gefunden habe was mir hilft.

Aber mein Sozialleben und Berufsleben wird bestimmt beeinflusst oder? Also da muss ich ehrlich sein: Ja, der Einfluss ist groß und zwar richtig positiv. Ich kenn ja so einige chillige Leute und unter Gleichgesinnten gibt es irgendwie nie stress. Außerdem bin ich so viel kreativer, konzentrierter und auch produktiver beim Arbeiten. Sogar mein Haushalt kann sich sehen lassen; keine leeren Chipstüten, Pizzakartons, gestapeltes Geschirr und dreckige Toiletten – bei mir ist es sauber! Ich mache meinen Papierkram sehr penibel und bei mir findet man nicht eine ungeöffnete Rechnung. Ich habe die Verantwortung für meine Mutter, fünf Katzen und 8 Vögel. Dieser Verantwortung werde ich sowas von gerecht, da kann sich manch einer ne Scheibe von abschneiden.

Also ja, ich gebe ganz offen zu, dass ich abhängig bin und wo ist jetzt das Problem?

Lass einfach Gras drüber wachsen

Ich kümmere mich liebevoll um meine Mutter, bekomme mein Leben geschissen und habe in den letzten Jahren vielen, ja sehr vielen Menschen durch mein Wissen, meine Erfahrung und mein Mitgefühl helfen können. Ich bin nun mal krank, aber habe meine beste Medizin gefunden  (ich habe übrigens keinerlei Nebenwirkungen) und deshalb kann mir jeder Mensch der mir diese Lebensunterstützung nicht gönnt oder schlecht macht gestohlen bleiben – Denn dann hat die Person es einfach nicht verstanden.

Euer Stephan

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