Leben mit Immundefekt / Hafer, Hanf und Cannabis

Jäger und Sammler

von Jens

Jäger und Sammler

Wie eine App die halbe Welt spielen lässt

“Hey Leute, da war gerade ein Bisasam!” – Wir haben weder das Jahr 1999 und befinden uns auch nicht auf dem Pausenhof einer Grundschule. Nein, dieser Ausruf stammte von einem unserer vielen Nachbarn denen wir gestern auf dem Weg zum Einkaufen über den Weg gelaufen sind. Das Smartphone in der Hand und die Umgebung durch die Kamera des Geräts betrachtend, war er auf der Jagd – der Jagd nach Pokémon, diesen kleinen Dingern, welche in ihrem fiktiven Universum die absolute Hauptrolle spielen. Die Rede ist von Pokémon GO.

Pokémon in Augmented Reality

Ich gebe zu, auch uns hat das Phänomen Pokémon Go gepackt und das besagte Bisasam, welches übrigens vor einer Bushaltestelle zu finden war, wanderte ebenso in unsere digitale Sammlung. Was besonders mich freute, da ich das Spiel mit einem Glumanda angefangen habe. Dieser Punkt verbindet Pokémon Go auch mit den anderen Vertretern der Serie: Beim Start werden wir von einem der renommierten Pokémon-Professoren (in diesem Fall der Herr Prof. Willow) begrüßt der uns nach ein paar einleitenden Worten vor die Wahl stellt, mit welchen der kleinen Monster wir starten möchten. Danach geht es los und wir durchforsten unsere Umgebung via InGame-Radar (oder besser gesagt GPS-Ortung) nach wilden Pokemon oder Stops – virtuelle “Kisten” die an markanten Umgebungsdetails bereit stehen und uns mit Items versorgen. Über das reine Jagen und Sammeln hinaus bietet die App weiterhin die Möglich Arenen für das eigene Team zu beanspruchen, gefundene Eier auszubrüten usw.

Als Kind der 90er wird man unweigerlich an seine Erfahrungen erinnert, als das erste Pokémon (man muss eigentlichen sagen: die Ersten, da die handheld Versionen immer in zwei Editionen erscheinen) hier zu Lande auf den Markt kam und damals ebenso eine ganz neue Art von Gaming begründete wie heute der Augmented Reality Ableger.

Ein Spiel – ein Phänomen

Das wirklich faszinierende an dem Spiel ist aber gar nicht mal die Software als solches, sondern die Welle die es bei seinen Spielern schlägt – wobei man wohl eher sagen muss, die Welle welche die halbe Welt zu Spielern macht. Als wir später am Abend noch mal raus gegangen sind bot sich uns ein Bild, mit dem wir so sicherlich nicht gerechnet hätten. Das uns immer wieder Mitmenschen begegnen, die mit Handy bewaffnet auf der Jagd nach Pokémon sind, war ja nun schon nichts Neues mehr und vom Anblick an sich ja auch noch irgendwie gewohnt.

Als wir aber den Park hinter unserem Haus erreichten wurden wir Zeuge des eigentliche Phänomene: Gruppen von Menschen, die eigentlich gar nicht so viel miteinander zu tun haben, versammeln sich um die Standorte von Stops und Arenen. Der sonst allgegenwärtige Smombie (Smartphone-Zombie) Eindruck fehlt aber irgendwie. Die Leute, in Alter und Demografie übrigens bunt gemischt, reden miteinander, lachen und Spielen – man hat für eine Moment das Gefühl, der Homo ludens hätte den Weltfrieden ausgerufen.

Überhaupt verbindet Pokémon aufs neue, dieses Mal allerdings nicht nur seine bis dato bekennenden Fans. Bei unserem Gang durch’s Viertel begegnen uns immer wieder andere Spieler. Man tauscht wissende Blicke aus, lächelt sich an und grüßt sich. Es würde mich nicht wundern, wenn diese kleine App in ihrer weiteren Entwicklung wildfremde Menschen dauerhaft zusammenbringt und Freundschaften entstehen lässt – mehr Community-Features und etwas weniger Akku-Verbrauch vorausgesetzt.

Teilen twitter/ facebook/ Link kopieren
Du hast dich erfolgreich bei stereotypisch angemeldet
Willkommen zurück! Du hast dich erfolgreich angemeldet.
Fantastisch! Du hast dich erfolgreich eingetragen!
Erfolg! Ihr Konto ist vollständig aktiviert, Sie haben jetzt Zugang zu allen Inhalten.
Bitte gib mindestens 3 Zeichen ein 0 Deine Suchergebnisse

Sollen wir eine Schlagwort vorschlagen?

Systemfehler Kopfkino Grünzeug Bluescreen

Sollen wir einen Autor vorschlagen?

Stephan Jens