Leben mit Immundefekt / Hafer, Hanf und Cannabis

Seelenverwandte aus dem Netz

Stephan

Freundschaft 2.0

Seelenverwandte aus dem Netz

Freund­schaft ein schö­nes Thema – ein gro­ßes und manch­mal auch trau­ri­ges Thema, aber ich packe es mal an und ana­ly­siere die gigan­ti­sche Meta­ebene der zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen aus unter­schied­li­chen Blick­win­keln. In der heu­ti­gen Welt hat man hun­derte von “Freun­den” in den sozia­len Netz­wer­ken, doch wie ernst kann man diese Bin­dun­gen sehen? Andere Men­schen haben stän­dig ihre “Bes­ten” um sich und füh­len sich trotz­dem total ein­sam.
Also fan­gen wir doch damit an was Freund­schaft über­haupt bedeu­tet.

Was ist Freundschaft?

Defi­ni­tio­nen: Freund­schaft, die
Wort­art: Sub­stan­tiv, femi­nin

Ich war schon in der Situa­tion, da hab ich nur noch gesagt dass ich keine Freunde brau­che und erst recht keine haben will. Aus rei­nem Selbst­schutz, muss ich dazu sagen. Da die­ser Gedanke für Men­schen wie mich natür­lich abso­lut sowas von unum­setz­bar ist, mus­ste ich wie­der ler­nen was wahre Freund­schaft bedeu­tet und warum wir ohne sie nicht leben kön­nen.

Natür­lich gibt es auch Ein­zel­gän­ger jedoch sind die mei­ner Mei­nung nach nie wirk­lich glück­lich. Wie bei allem in mei­nem Leben dif­fe­ren­ziere ich auch beim Thema Freund­schaft und soziale Kon­takte, denn nur durch diese für mich klare Struk­tur kann ich Prio­ri­tä­ten set­zen und jedem so gerecht wer­den wie ange­bracht.

Jeden als Freund zu beti­teln ist unrea­lis­ti­sch, fal­sch und zeugt von schlech­ter Men­schen­kennt­nis oder dem sur­rea­len Glau­ben an das Gute in jedem Men­schen. Jetzt aber keine Angst, nein auch ich habe Freunde und zwar wun­der­volle Freunde – und vor allem auch Men­schen die mich ver­ste­hen und auf die ich mich ver­las­sen kann. Aber es bringt halt nix wenn ich hier nur über das blaue vom Him­mel schreibe ?

  • Bes­ter Freund oder Beste Freun­din Bro/Kumpel
    Fei­er­freunde –Bru­der im Geiste –See­len­ver­wandte –Einer aus der und der Gruppe , eine aus der und der Gruppe-Lei­dens­ge­nos­sen –Freund oder Freun­din
  • Bro / Kum­pel
  • Fei­er­freunde
  • Bru­der im Geiste
  • See­len­ver­wandte
  • Eine / Einer aus der und der Gruppe
  • Lei­dens­ge­nos­sen
  • Freund oder Freun­din
  • Bekannte / Bekann­ter
  • Gute Bekannte / guter Bekann­ter
  • War mal ein Freund / eine Freun­din
  • Ehe­ma­lige Bekannte / ehe­ma­li­ger BekannterEine/Einer von Face­book –Beruf­li­che Kon­takte –Freund­schaft­li­ches Berufs­ver­hält­nis-Freun­des Freunde –All­tags­be­kannts­schaf­ten
  • Eine / Einer von Face­book
  • Beruf­li­che Kon­takte
  • Freund­schaft­li­ches Berufs­ver­hält­nis
  • Freun­des-Freunde
  • All­tags­be­kannts­schaf­ten

Differenzieren!

Das sind so grob die Unter­schei­dun­gen, die ich mache und die viel­leicht jeder machen sollte. Man muss nicht so dif­fe­ren­zie­ren wie ich, aber ein wenig scha­det sicher­lich kei­nem. Alle diese Titel sind ja auch irgend­wie schwam­mig. Sie kön­nen sich über­schnei­den, ergän­zen und von einem zum ande­ren wer­den.

Ich pflege meine Freund­schaf­ten. Bin da wenn man mich braucht. Ich ver­su­che aktiv zu hel­fen, kann aber auch ein­fach stun­den­lang zuhö­ren. Meine Freunde wis­sen wer ich wirk­lich bin und akzep­tie­ren mich mit all mei­nen Macken. Ich brau­che meine Freunde und meine Freunde brau­chen mich. Das ich krank und dadurch oft ein­ge­schränkt bin kön­nen meine Freunde ver­ste­hen und agie­ren auch dem­entspre­chend.

Freund­schaf­ten kos­ten Kraft und soll­ten nie mehr Ener­gie ver­brau­chen als man aus ihnen bekommt – wie immer das auch aus­se­hen mag. Dass es Pha­sen gibt wo einer mal mehr gibt als der andere ist ja nor­mal und irgend­wie auch logi­sch.

Zwischenmenschlichkeit in digital

Ich denke das Thema Freund­schaft an sich wurde schon so oft auf­ge­grif­fen und vie­les würde sich jetzt auch ein­fach wie­der­ho­len. Des­halb werde ich mich jetzt mit der Freund­schaft 2.0 und den See­len­ver­wand­ten aus dem Netz beschäf­ti­gen.

Die Men­schen die mich wirk­lich ver­ste­hen, habe ich bei­nahe alle im Inter­net ken­nen gelernt. Auf der Suche nach Gleich­ge­sinn­ten habe ich sie gefun­den: Meine See­len­ver­wand­ten, meine Den­ker, meine vom Leben nicht ver­wöhn­ten Lei­dens­ge­nos­sen und Men­schen, die meine Ideo­lo­gien und Vor­stel­lun­gen von der Welt tei­len. Sie sind zwar rar gesät und den­noch gibt es sie – über­all ver­teilt in Deutsch­land und der Welt.

Es ist über­haupt nicht schlimm, wenn man sich nicht per­sön­lich kennt – denn Ver­ständ­nis, Herz, Ver­stand, Empa­thie und Mensch­lich­keit erfor­dern kein Real-Life-Tref­fen. Ech­ter und tie­fer könn­ten diese Bin­dun­gen kaum sein. Ich glaub ich hab auch kapiert warum das so ist.

Wer suchet, der findet

Ein altes Sprich­wort und doch so wahr, denn wer nach Men­schen mit ähn­li­chen Erfah­run­gen oder Ein­stel­lun­gen sucht ohne Ver­pflich­tun­gen ein­ge­hen zu wol­len, der wird gerade und vor allem im Inter­net fün­dig. Im Schutz von ver­meint­lich räum­li­chem Abstand und der Mög­lich­keit auf Anony­mi­tät füh­len sich viele in ihre Kom­mu­ni­ka­tion ein­fach siche­rer als in einem Gespräch von Ange­sicht zu Ange­sicht. Natür­lich gibt es auch dabei schwarze Schafe, aber wo gibt’s die nicht? Wer garan­tiert dir, dass der Kerl in der Disco ein guter ist? Genau Nie­mand!

Wenn ich mit mei­nen Freun­den aus dem Netz schreibe, dann lache, weine, freue und leide ich genauso mit wie ich es auch bei per­sön­li­chen Tref­fen tue. Und was bedeu­tet hier über­haupt per­sön­lich? Wenn man mir schreibt oder manch­mal auch tele­fo­niert und ich mir all das trau­rige und wütend machende – gerade von ande­ren Pati­en­ten – zu Gemüte führe, dann ist das sehr, sehr per­sön­lich und tief.

Ich ver­traue mich die­sen Men­schen ebenso an und kann ohne drü­ber nach­den­ken zu müs­sen all mei­nen Sabi­nes, Kat­jas und Katha­ri­nas unver­blümt erzäh­len, was ich gerade denke – und zwar immer.

Für kranke, behin­derte und auch für zeit­lich ein­ge­schränkte sowie für Sozio­pho­bi­ker ist das Netz oft die ein­zige Chance auf geis­ti­gen Tief­gang, soziale Kon­takte oder für Aus­tau­sch und Selbst­hilfe. Und selbst der schüch­tern­ste Men­sch ohne Selbst­ver­trauen und vol­ler Ängste mit einer viel­leicht nicht so tages­licht­taug­li­chen Optik, fin­det im Netz Kon­takte und sogar Freunde.

Fazit:

Es macht kei­nen Unter­schied wie oft man sich sieht oder wie häu­fig man Kon­takt hat – Viel wich­ti­ger ist doch die Qua­li­tät die­ser zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen, und dabei ist es nun wirk­lich egal ob man sich grade in die Augen schauen kann oder nicht. Echte Freunde mer­ken anhand wie du schreibst und redest wie es dir wirk­lich geht. Dafür brauch man sich nicht sehen.

Hal­tet fest an euren ech­ten Freun­den. Seit euch immer bewusst, dass jede Art von Bezie­hung aus Arbeit besteht und genießt die Tat­sa­che nicht alleine zu sein. Ohne Freunde geht es nicht und das ist auch voll in Ord­nung.

Euer Ste­phan

Bei­trags­bild: Desi­gned by Fre­e­pik

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