das Leben mit Immundefekt

Antibiotika und Resistenzen

Stephan

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

jeder spricht dar­über, die Medi­en berich­ten über erschre­cken­de Zustän­de in Asia­ti­schen Phar­ma­fa­bri­ken und die Todes­fäl­le auf Früh- und Neu­ge­bo­re­nen­sta­tio­nen in den letz­ten Jah­ren zei­gen ein­deu­tig, dass wir ein Pro­blem haben. Steu­ern wir auf ein zwei­tes vor­an­ti­bio­ti­sches Zeit­al­ter zu? Was pas­siert mit den Pati­en­ten, die dau­er­haft auf eine funk­tio­nie­ren­de anti­bio­ti­sche Behand­lung ange­wie­sen sind? Was geschieht wenn mul­ti­re­sis­ten­te Kei­me freie Lauf­bahn haben? Wie ent­ste­hen über­haupt Resis­ten­zen und was kann jeder selbst tun um einer welt­wei­ten Keim­kri­se vor­zu­beu­gen?

In die­sem Bei­trag gehe ich auf die wich­ti­gen Fra­gen zum The­ma Anti­bio­ti­ka Resis­ten­zen ein und durch­leuch­te dabei genau wo die Feh­ler im Sys­tem sind und wie  eine Zukunft ohne Antibiotika aussehen kann. 

Was sind Antibiotika?

Grob gesagt sind Anti­bio­ti­ka Arz­nei­mit­tel zur Behand­lung von bak­te­ri­el­len Infek­tio­nen und bak­te­ri­el­len Infek­ti­ons­krank­hei­ten. Anti­bio­ti­ka zäh­len zur Grup­pe der Anti­in­fek­ti­va, zu denen auch Medi­ka­men­te gegen Infek­ti­ons­krank­hei­ten durch Pro­to­zo­en (Anti­pro­to­zoi­ka), gegen Pil­ze (Anti­my­ko­ti­ka), gegen Viren (Viro­sta­ti­ka) und Wür­mer (Anti­hel­min­thi­ka), gehö­ren.

Übli­cher­wei­se wer­den Anti­bio­ti­ka lokal (ört­lich begrenzt als z.B. Sal­be oder Augen­trop­fen) oder sys­te­misch (im gan­zen Kör­per z.B. als Infu­si­on, Tablet­te oder Zäpf­chen) gegen Infek­ti­ons­krank­hei­ten ein­ge­setzt. Es gibt aller­dings auch Sub­stan­zen die­ser Medi­ka­men­ten­grup­pe, die als Zyto­sta­ti­kum oder Immun­sup­pres­si­vum zum Ein­satz kom­men.


Wie wirken Antibiotika?

Man unter­schei­det zwei Wirk­me­cha­nis­men bei den Anti­bio­ti­ka. Es gibt jene die Bak­te­ri­en am Wachs­tum hin­dern und dadurch eine Ver­meh­rung stop­pen (bak­te­rio­sta­tisch) und es gibt ande­re, die in der Lage sind gezielt Bak­te­ri­en zu töten (bak­te­rio­zid). Eini­ge Kom­bi­prä­pa­ra­te haben bei­de Eigen­schaf­ten.

Wirkstoffgruppen Beispiele

Peni­cil­li­ne

Peni­cil­lin: Ben­zyl­pe­ni­cil­lin (= Peni­cil­lin G) ‚Phen­oxy­me­thyl-Peni­cil­lin
Ami­no­pe­ni­cil­li­ne: Amoxi­cil­lin, Ampi­cil­lin
Ami­no­pe­ni­cil­li­ne / Betalak­t­a­ma­se-Inhi­bi­to­ren: Amoxillin/Clavulansäure,Ampicillin /Sulbactam
Acyl­ami­no­pe­ni­cil­li­ne: Aclo­cil­lin, Mez­lo­cil­lin, Pipe­ra­cil­lin
Acyl­ami­no­pe­ni­cil­li­ne / Betalak­t­a­ma­se-Inhi­bi­to­ren: Piperacillin/Tazobactam,Piperacillin/Sulbactam
Iso­xa­zo­lyl­pe­ni­cil­li­ne: Diclo­xa­cil­lin, Flu­clo­xa­cil­lin, Oxa­cil­lin

Cepha­lo­spo­ri­ne

Grup­pe1: Cefa­zo­lin, Cefa­l­exin, Cef­adro­xil, Cefa­clor
Grup­pe2: Cefu­ro­xim
Grup­pe3a: Cefo­ta­xim, Cef­tri­a­xon, Cef­ti­bu­ten, Cefi­xim
Grup­pe3b: Cef­ta­zi­dim, Cefepim

Car­ba­pe­neme

Imipenem/Cilastatin, Merope­nem, Erta­pe­nem, Dori­pe­nem

Glyko­pep­ti­de

Van­co­my­cin, Tei­co­pla­nin

Flu­or­chi­no­lo­ne

Grup­pe1: Oflo­xa­cin
Grup­pe2: Cipro­flo­xa­cin
Grup­pe3: Levo­flo­xa­cin
Grup­pe4: Moxif­loxa­cin

Makro­li­de

Älte­re Makro­li­de: Ery­thro­my­cin
Neue­re Makro­li­de: Azi­thro­my­cin, Cla­ri­thro­my­cin, Roxi­thro­my­cin, Teli­thro­my­cin

Ami­no­gly­ko­si­de

Ami­ka­cin, Genta­micin, Tobra­my­cin

Tetra­cy­cli­ne

Doxy­cy­clin

Dia­mi­no­py­rim­idi­ne

Tri­me­tho­prim, Cotrim­oxa­zol


Etwas Geschichte

Das von dem Che­mi­ker Alfred Bert­heim unter Paul Ehr­lich her­ge­stell­te Ars­phen­amin ist das ers­te syn­the­ti­sche Anti­bio­ti­kum und wur­de 1910 als Sal­var­san® von Hoechst gegen die Syphi­lis in den Han­del gebracht.

Übli­cher­wei­se wird dage­gen meist die Ent­de­ckung des Peni­cil­lins durch Alex­an­der Fle­ming (1928) als Geburts­stun­de der Anti­bio­ti­ka-Ära bezeich­net, jeden­falls erhielt Fle­ming im Jah­re 1945 dafür den Nobel­preis. Doch zuvor (1893) iso­lier­te Bar­to­lo­meo Gosio bereits aus einem Schim­mel­pilz der Gat­tung Peni­cil­li­um die Myco­phe­n­ol­säu­re, eine Sub­stanz die das Wachs­tum des Milz­brand­er­re­gers behin­dern konn­te.

Sei­ne Publi­ka­tio­nen 1893 und 1896 fan­den kei­ne Beach­tung – viel­leicht weil sie in ita­lie­ni­scher Spra­che ver­öf­fent­licht wur­den. Gleich­falls 30 Jah­re vor Fle­ming schrieb Ernest Duch­nes­se sei­ne Dok­tor­ar­beit über die anti­bio­ti­sche Wir­kung von Schim­mel­pil­zen und wur­de post­hum 1949 von der Aca­dé­mie de Médi­ci­ne dafür geehrt.

Der nächs­te Mei­len­stein war die Erfin­dung der Sul­fonami­de durch Ger­hard Domagk (1935, Hoechst, inzwi­schen IG-Far­ben). Berühm­te Mar­ken­na­men waren Pron­to­sil rubrum und spä­ter Pron­to­sil album, gegen gram-posi­ti­ve Kok​ken​.In Wahr­heit beginnt die Geschich­te der „Anti­bio­ti­ka“ aller­dings wesent­lich frü­her, so war die anti­bio­ti­sche Wir­kung von Lauch­ge­wäch­sen (u.a. Zwie­beln) wesent­lich frü­her, ver­mut­lich schon im Alter­tum, bekannt. Die Wir­kung wird auf Thio­sul­fi­na­te vom Typ des Alliic­ins und ande­re Zwie­be­lin­halt­stof­fe (Cibul­li­ne, Ste­ro­ide und Tri­ter­pe­ne) zurück­ge­führt.

(Quelle: Pharma Select)

Resistenz?

Vie­le reden davon, dass sie Angst haben resis­tent gegen ein Anti­bio­ti­kum zu wer­den. Die­se Aus­sa­ge ist falsch – nicht wir, son­dern Kei­me und Erre­ger kön­nen Resis­ten­zen ent­wi­ckeln.
Als Anti­bio­tika­re­sis­tenz bezeich­net man die Wider­stands­fä­hig­keit von Bak­te­ri­en gegen bestimm­te Anti­bio­ti­ka.

Vor­ran­gig sind es oft­mals die über­flüs­si­gen Ver­ord­nun­gen sowie nicht voll­stän­di­ge Ein­nah­men von Anti­bio­ti­ka die dazu füh­ren, dass sich Resis­tenz­pro­ble­me ver­grö­ßern. Vie­le wis­sen nicht, dass bei­spiels­wei­se ledig­lich etwa 5 % aller Erkäl­tungs­krank­hei­ten durch Bak­te­ri­en ver­ur­sacht wer­den, wovon jedoch bis zu 60 % mit einem ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Anti­bio­ti­kum behan­delt wer­den.

Die Resis­tenz ent­steht daher haupt­säch­lich auf­grund einer fal­schen Anwen­dung. Dies ist der Fall, wenn Anti­bio­ti­ka zu oft oder unsach­ge­mäß ein­ge­nom­men wer­den. Jedoch auch die ver­mehr­te Gabe von Anti­bio­ti­ka in der Tier­hal­tung, die dann über das Fleisch in den mensch­li­chen Orga­nis­mus gelan­gen, trägt zu einer Anti­bio­tika­re­sis­tenz bei.

Ist die Situation wirklich so ernst?

Das zwei­te vor­an­ti­bio­ti­sche Zeit­al­ter – Was pas­siert wenn es kei­ne wirk­sa­men Anti­bio­ti­ka mehr gibt?

Wenn sich die der­zei­ti­gen Trends fort­set­zen, wird die Besied­lung mit anti­bio­tika­re­sis­ten­ten Kei­men in Deutsch­land deut­lich zuneh­men. Resis­ten­te Erre­ger ver­ur­sa­chen nicht mehr Infek­tio­nen als nicht-resis­ten­te Erre­ger, wes­halb die Anzahl der Infek­tio­nen im ambu­lan­ten Bereich ver­mut­lich gleich blie­be. (Unter Ein­hal­tung der gän­gi­gen Hygie­ne­stan­dards und wenn sich das Immun­sys­tem nicht ver­än­dert).

Jedoch käme es zu einer Zunah­me des Anteils der Infek­tio­nen, die durch MRE (Mul­ti-resis­tene- Erre­ger ver­ur­sacht wer­den (also nicht ins­ge­samt mehr Infek­tio­nen, aber mehr schwe­rer behan­del­ba­re). Im voll­sta­tio­nä­ren Bereich (Krankenhäuser,Pflegeheime) wür­de die Zahl der Infek­tio­nen anstei­gen. Inva­si­ve Ein­grif­fe ber­gen immer das Risi­ko einer Infek­ti­on. Wür­den Anti­bio­ti­ka ihre Wir­kung ver­lie­ren, stie­gen bei­spiels­wei­se Wund­in­fek­tio­nen nach Ope­ra­tio­nen an.

Che­mo­the­ra­pie-, Dia­ly­se- und Trans­plan­ta­ti­ons­pa­ti­en­ten wür­den unter schwe­ren Kom­pli­ka­tio­nen lei­den und die Sterb­lich­keit, ver­ur­sacht durch nicht oder nur nur schwer behan­del­ba­re Infek­tio­nen, wür­de anstei­gen.

Defi­niert man ein „vortan­ti­bio­ti­sches Zeit­al­ter“ nicht als gene­rel­le Resis­tenz gegen­über allen ver­füg­ba­ren Anti­bio­ti­ka, son­dern als ein­ge­schränk­te The­ra­pie­op­ti­on, dann ist die Schwel­le bereits erreicht. Wer­den kei­ne Maß­nah­men ergrif­fen, müs­sen wir damit rech­nen, dass ins­be­son­de­re bei einer Zunah­me von Car­ba­pe­ne­ma­se-bil­den­den Erre­gern und deren Aus­brei­tung in der Bevöl­ke­rung tat­säch­lich vie­le Infek­tio­nen nicht mehr the­ra­piert wer­den kön­nen (Car­ba­pe­ne­ma­sen sind bestimm­te bak­te­ri­el­le Enzy­me die in Lage sind die meis­ten Anti­bio­ti­ka unwirk­sam zu machen).

Beson­ders häu­fig wur­den Car­ba­pe­ne­ma­sen bei Kleb­si­el­la pneu­mo­niae und ande­ren Ent­er­o­bac­te­ri­aceae sowie bei den Non­fer­men­tern Pseu­do­mo­nas aeru­gi­no­sa und Aci­ne­to­bac­ter bau­man­nii detek­tiert. Die­se Erre­ger haben also bereits ein Gen wel­ches dazu führt, dass Anti­bio­ti­ka nicht mehr wir­ken.

Wenn sich nichts ändert wer­den anti­bio­tika­re­sis­ten­te Kei­me welt­weit gese­hen im Jahr 2050 zu den Haupt­to­des­ur­sa­chen gehö­ren (mit Schwer­punkt in Asi­en und Afri­ka) in Laut Sta­tis­tik dürf­te sich die Todes­ra­te in Euro­pa durch anti­bio­tika­re­sis­ten­te Kei­me von aktu­ell rund 23.000 Fäl­len auf knapp 400.000 im Jahr 2050 erhö­hen.

Was können wir selbst tun?

Natür­lich liegt ein Groß­teil der Ver­ant­wor­tung bei Unter­neh­men wie Phar­ma­fir­men und Kran­ken­häu­sern. Die Regie­rung muss ver­nünf­ti­ge Regu­la­ri­en schaf­fen für einen scha­dens­be­gren­zen­den Ein­satz von Anti­bio­ti­ka. Die Land­wirt­schaft muss in die The­ma­tik viel stär­ker invol­viert wer­den und nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te müs­sen einen ande­ren Umgang mit Anti­bio­ti­ka ler­nen.

Wir selbst kön­nen an den eben genann­ten Gege­ben­hei­ten nichts ändern, doch unser eige­ner Umgang als Endverbraucher/Patient bringt auch eine Eigen­ver­ant­wor­tung mit sich.

  • Anti­bio­ti­ka müs­sen immer genau so ein­ge­nom­men wer­den wie der Arzt es ver­ord­net hat. Bit­te immer an Dosie­rung und Ein­nah­me­dau­er hal­ten. Wer­den Anti­bio­ti­ka zu nied­rig dosiert oder zu kurz ein­ge­nom­men, för­dert man damit die Bil­dung von Resis­ten­zen. Weil die Kei­me eine Chan­ce bekom­men sich anzu­pas­sen.
  • Fragt eure Apo­the­ker oder Ärz­te nach Neben­wir­kun­gen und Wech­sel­wir­kun­gen.
  • Nehmt nicht ein­fach auf Kom­man­do ein Anti­bio­ti­kum ein. Fragt euren Arzt war­um er die­ses Anti­bio­ti­kum ver­schreibt und ob eine vor­he­ri­ge Keim­be­stim­mung nicht Sinn machen wür­de.
  • Anti­bio­ti­ka nie in den Abfluss schüt­ten! Nur in den Haus­müll oder in der Apo­the­ke   abge­ben.
  • Hal­tet euch an die gän­gi­gen Hygie­ne­maß­nah­men.

Ich den­ke, es ist nicht schwer sich an die­se Din­ge zu hal­ten und so zu hel­fen, dass sich die Situa­ti­on nicht noch zusätz­lich ver­schlim­mert.

Wechselwirkungen

Anti­bio­ti­ka kön­nen vie­le Wech­sel­wir­kun­gen mit ande­ren Sub­stan­zen haben, des­halb soll­te man immer bescheid wis­sen!

Anti­bio­ti­ka und Milch­pro­duk­te

Anti­bio­ti­ka der Tetra­zy­klin-Grup­pe und so genann­te Gyra­se­hem­mer (gegen Harn­wegs­in­fek­tio­nen) ver­lie­ren ihre Wir­kung in Kom­bi­na­ti­on mit Milch, Käse, Quark und Joghurt. Der Grund: Die Tetra­cy­cli­ne ver­bin­den sich mit dem Kal­zi­um der Milch­pro­duk­te. Es bil­den sich Klümp­chen, die nicht mehr durch die Darm­wand in die Blut­bahn schlüp­fen kön­nen. Die Anti­bio­ti­ka blei­ben im Darm, wer­den ver­daut und aus­ge­schie­den. Des­halb immer zwei Stun­den Abstand las­sen vor und nach der Ein­nah­me wenn man Milch­pro­duk­te kon­su­mie­ren möch­te.

Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel die Kal­zi­um ent­hal­ten soll­ten nicht zusam­men mit bestimm­ten Anti­bio­ti­ka ein­ge­nom­men wer­den. Da Kal­zi­um für sich wie auch in den Milch die Eigen­schaft hat Tetra­zy­klin Anti­bio­ti­ka und Gyra­se­hem­mer unwirk­sam zu machen.

Tab 3 con­tent

Beson­ders gefähr­lich ist der Kon­sum von Alko­hol bei Ein­nah­me von Metro­ni­da­zol. Alko­hol wird von dem Enzym Alko­hol­de­hy­dro­ge­na­se (ADH) zu Ace­tal­de­hyd abge­baut, wel­ches von dem Enzym Ace­tal­de­hydde­hy­dro­ge­na­se (ALDH) zu Ace­tat abge­baut wird. ALDH wird von Metro­ni­da­zol gehemmt. In der Fol­ge fällt ver­mehrt Ace­tal­de­hyd an, was zu Übel­keit, Erbre­chen, Kopf­schmer­zen, Atem­not, Herz­rhyt­mus­stö­run­gen und Blut­druck­ab­fall füh­ren kann („Anta­bus-Effekt“). Des­we­gen soll­te bei der Ein­nah­me von Metro­ni­da­zol (und Tini­da­zol) bis 3 Tage nach dem Ende der The­ra­pie jeg­li­cher Alko­hol­kon­sum ver­mie­den wer­den. Alko­hol kann auch in eini­gen Mund­spü­lun­gen oder ande­ren Medi­ka­men­ten in Trop­fen­form ent­hal­ten sein.
Ande­re Anti­bio­ti­ka inter­agie­ren eben­falls mit Alko­hol. Cotrim­oxa­zol kann in Kom­bi­na­ti­on mit Alko­hol zu den sel­ben Sym­pto­men wie Metro­ni­da­zol füh­ren. Doxy­cy­cli­ne kom­bi­niert mit Alko­hol füh­ren zu einer ver­min­der­ten Wirk­sam­keit des Anti­bio­ti­kums und kön­nen die Leber schä­di­gen. Und der Effekt von Ery­thro­my­cin wird durch Alko­hol ver­min­dert oder setzt ver­spä­tet ein.
Cefu­ro­xim, ein Anti­bio­ti­kum aus der Grup­pe der Cepha­lo­spo­ri­ne (mit den Peni­cil­li­nen ver­wandt), wel­ches häu­fig ver­ab­reicht wird (u.a. bei Atem­wegs­in­fek­ten), ver­trägt sich gut mit Alko­hol.

Als Fol­ge foto­to­xi­scher Reak­tio­nen kön­nen star­ke, son­nen­brand­ähn­li­che Sym­pto­me wie bla­si­ge Haut­ver­än­de­run­gen und schmer­zen­de Rötun­gen ent­ste­hen – und das schon nach kur­zen Son­nen­bä­dern. Die Haut­re­ak­ti­on kommt dadurch zustan­de, dass bestimm­te kör­per­frem­de Sub­stan­zen reagie­ren, wenn gleich­zei­tig UV– Licht auf die Haut strahlt. Die Wir­kung der Son­nen­strah­len wird dabei über­mä­ßig ver­stärkt. Bei einer foto­to­xi­schen Reak­ti­on sind die Haut­ver­än­de­run­gen scharf von nicht belich­te­ten Haut­par­ti­en abge­setzt.
Beson­ders Anti­bio­ti­ka aus der Grup­pe der Tetra­cy­cli­ne sind für die­se Reak­tio­nen bekannt, allen vor­an Doxy­cy­clin, das häu­fig bei Behand­lung von Atem­wegs­er­kran­kun­gen, Infek­tio­nen des Uro­ge­ni­tal­trakts, Infek­tio­nen des Magen-Darm-Trak­tes, Bor­re­lio­se und ande­ren gesund­heit­li­chen Stö­run­gen ein­ge­setzt wird. Aber auch Anti­bio­ti­ka aus der Grup­pe der Gyra­se­hem­mer sind nicht unge­fähr­lich. Beson­ders stark foto­to­xisch wirkt das zur The­ra­pie von Harn­wegs­in­fek­ten benutz­te Cin­oxa­cin. Wer ein sol­ches Anti­bio­ti­kum ein­nimmt, muss damit rech­nen, selbst bei kur­zem Son­nen­bad einen star­ken Son­nen­brand davon zu tra­gen.

In rund zehn Pro­zent der Fäl­le tre­ten zusätz­lich bak­te­ri­el­le Infek­tio­nen auf. Erfor­dern die­se eine Behand­lung mit Anti­bio­ti­ka, ist Vor­sicht gebo­ten: Bestimm­te Breit­band­an­ti­bio­ti­ka, wie Ampi­cil­lin und Amoxi­cil­lin, kön­nen bei einer aku­ten Infek­ti­on mit dem Epstein-Barr Virus eine Über­emp­find­lich­keits­re­ak­ti­on aus­lö­sen. Die­se äußert sich in Form von schwe­ren Haut­aus­schlä­gen mit Juck­reiz am gan­zen Kör­per (»Ampi­cil­lin-Exan­them«).

Medi­ka­men­te die die Magen­säu­re neu­tra­li­sie­ren, kön­nen dafür sor­gen, dass ein Anti­bio­ti­kum nicht rich­tig auf­ge­nom­men wer­den kann. Immer 2 Stun­den Abstand las­sen!

Anti­bio­ti­ka der Tetra­zy­klin-Grup­pe und so genann­te Gyra­se­hem­mer (gegen Harn­wegs­in­fek­tio­nen) ver­lie­ren ihre Wir­kung in Kom­bi­na­ti­on mit Milch, Käse, Quark und Joghurt. Der Grund: Die Tetra­cy­cli­ne ver­bin­den sich mit dem Kal­zi­um der Milch­pro­duk­te. Es bil­den sich Klümp­chen, die nicht mehr durch die Darm­wand in die Blut­bahn schlüp­fen kön­nen. Die Anti­bio­ti­ka blei­ben im Darm, wer­den ver­daut und aus­ge­schie­den. Des­halb immer zwei Stun­den Abstand las­sen vor und nach der Ein­nah­me wenn man Milch­pro­duk­te kon­su­mie­ren möch­te.

Anti­bio­ti­ka und Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel

Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel die Kal­zi­um ent­hal­ten soll­ten nicht zusam­men mit bestimm­ten Anti­bio­ti­ka ein­ge­nom­men wer­den. Da Kal­zi­um für sich wie auch in den Milch die Eigen­schaft hat Tetra­zy­klin Anti­bio­ti­ka und Gyra­se­hem­mer unwirk­sam zu machen.

Anti­bio­ti­ka und Alko­hol

Beson­ders gefähr­lich ist der Kon­sum von Alko­hol bei Ein­nah­me von Metro­ni­da­zol. Alko­hol wird von dem Enzym Alko­hol­de­hy­dro­ge­na­se (ADH) zu Ace­tal­de­hyd abge­baut, wel­ches von dem Enzym Ace­tal­de­hydde­hy­dro­ge­na­se (ALDH) zu Ace­tat abge­baut wird. Die­ses ALDH wird von Metro­ni­da­zol gehemmt. In der Fol­ge fällt ver­mehrt Ace­tal­de­hyd an, was zu Übel­keit, Erbre­chen, Kopf­schmer­zen, Atem­not, Herz­rhyt­mus­stö­run­gen und Blut­druck­ab­fall füh­ren kann („Anta­bus-Effekt“). Des­we­gen soll­te bei der Ein­nah­me von Metro­ni­da­zol (und Tini­da­zol) bis 3 Tage nach dem Ende der The­ra­pie jeg­li­cher Alko­hol­kon­sum ver­mie­den wer­den. Alko­hol kann auch in eini­gen Mund­spü­lun­gen oder ande­ren Medi­ka­men­ten in Trop­fen­form ent­hal­ten sein.

Ande­re Anti­bio­ti­ka inter­agie­ren eben­falls mit Alko­hol. Cotrim­oxa­zol kann in Kom­bi­na­ti­on mit Alko­hol zu den sel­ben Sym­pto­men wie Metro­ni­da­zol füh­ren. Doxy­cy­cli­ne kom­bi­niert mit Alko­hol füh­ren zu einer ver­min­der­ten Wirk­sam­keit des Anti­bio­ti­kums und kön­nen die Leber schä­di­gen. Und der Effekt von Ery­thro­my­cin wird durch Alko­hol ver­min­dert oder setzt ver­spä­tet ein.

Cefu­ro­xim, ein Anti­bio­ti­kum aus der Grup­pe der Cepha­lo­spo­ri­ne (mit den Peni­cil­li­nen ver­wandt), wel­ches häu­fig ver­ab­reicht wird (u.a. bei Atem­wegs­in­fek­ten), ver­trägt sich gut mit Alko­hol.

Anti­bio­ti­ka und Son­nen­licht

Als Fol­ge foto­to­xi­scher Reak­tio­nen kön­nen star­ke, son­nen­brand­ähn­li­che Sym­pto­me wie bla­si­ge Haut­ver­än­de­run­gen und schmer­zen­de Rötun­gen ent­ste­hen – und das schon nach kur­zen Son­nen­bä­dern. Die Haut­re­ak­ti­on kommt dadurch zustan­de, dass bestimm­te kör­per­frem­de Sub­stan­zen reagie­ren, wenn gleich­zei­tig UV– Licht auf die Haut strahlt. Die Wir­kung der Son­nen­strah­len wird dabei über­mä­ßig ver­stärkt. Bei einer foto­to­xi­schen Reak­ti­on sind die Haut­ver­än­de­run­gen scharf von nicht belich­te­ten Haut­par­ti­en abge­setzt.

Beson­ders Anti­bio­ti­ka aus der Grup­pe der Tetra­cy­cli­ne sind für die­se Reak­tio­nen bekannt, allen vor­an Doxy­cy­clin, das häu­fig bei Behand­lung von Atem­wegs­er­kran­kun­gen, Infek­tio­nen des Uro­ge­ni­tal­trakts, Infek­tio­nen des Magen-Darm-Trak­tes, Bor­re­lio­se und ande­ren gesund­heit­li­chen Stö­run­gen ein­ge­setzt wird. Aber auch Anti­bio­ti­ka aus der Grup­pe der Gyra­se­hem­mer sind nicht unge­fähr­lich: Beson­ders stark foto­to­xisch wirkt das zur The­ra­pie von Harn­wegs­in­fek­ten benutz­te Cin­oxa­cin. Wer ein sol­ches Anti­bio­ti­kum ein­nimmt, muss damit rech­nen, selbst bei kur­zem Son­nen­bad einen star­ken Son­nen­brand davon zu tra­gen.

Anti­bio­ti­ka und EBV

Bei dem Ebbstein-Barr-Virus tre­ten in rund zehn Pro­zent der Fäl­le zusätz­lich bak­te­ri­el­le Infek­tio­nen auf. Erfor­dern die­se eine Behand­lung mit Anti­bio­ti­ka, ist Vor­sicht gebo­ten: Bestimm­te Breit­band­an­ti­bio­ti­ka, wie Ampi­cil­lin und Amoxi­cil­lin, kön­nen bei einer aku­ten Infek­ti­on mit dem Epstein-Barr Virus eine Über­emp­find­lich­keits­re­ak­ti­on aus­lö­sen. Die­se äußert sich in Form von schwe­ren Haut­aus­schlä­gen mit Juck­reiz am gan­zen Kör­per (»Ampi­cil­lin-Exan­them«).

Anti­bio­ti­ka und Anta­zi­da

Medi­ka­men­te die die Magen­säu­re neu­tra­li­sie­ren, kön­nen dafür sor­gen, dass ein Anti­bio­ti­kum nicht rich­tig auf­ge­nom­men wer­den kann. Immer 2 Stun­den Abstand las­sen!


Nie wieder Antibiotika nehmen?

Bei allem was auch schief geht soll­ten wir Anti­bio­ti­ka nicht ver­teu­feln. Wir müs­sen ein­fach ler­nen sie geziel­ter und ver­nünf­ti­ger ein­zu­set­zen. Für die Men­schen die sich bes­ter Gesund­heit erfreu­en wird sich nicht viel ändern in einer Welt ohne Anti­bio­ti­ka. Gefähr­det sind vor allem Men­schen mit einem nicht funk­tio­nie­ren­den Immun­sys­tem: Säug­lin­ge, alte Men­schen, chro­nisch Kran­ke und natür­lich auch Men­schen mit einem Immun­de­fekt.

Euer Ste­phan

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