Leben mit Immundefekt / Hafer, Hanf und Cannabis

Sodbrennen, Reflux, Ösophagitis

Stephan

Lie­be Community,

seit mei­nem 13ten Lebens­jahr habe ich mit einem der ner­vigs­ten Din­ge zu kämp­fen, die einem der eige­ne Kör­per antun kann: Reflux oder ein­fa­cher gesagt Sod­bren­nen. Okay ich gebe zu, bei mei­nem bis­he­ri­gen Leben ist es kein Wun­der, dass es mir »stän­dig hoch kommt« – doch das ist ja ein ande­res The­ma. Ich habe eine chro­ni­sche Gas­tri­tis, also eine, sagen wir mal, dau­er­haf­te Ent­zün­dung der Magen­schleim­haut… und ja, auch das ein oder ande­re Magen- und Zwölf­fin­ger­darm­ge­schwür wur­de bei mir in der Ver­gan­gen­heit schon aus­fin­dig gemacht.

Ich bin also was den obe­ren Ver­dau­ungs­trakt betrifft nicht so ganz vom Glück geseg­net. Des­halb neh­me ich nun auch schon 16 Jah­re lang einen Pro­to­nen­pum­pen­hem­mer; den soge­nann­ten »Magen­schutz«. Gän­gi­ge Han­dels­na­men sind da zum Bei­spiel Ome­pra­zol oder Nexi­um, wel­che nied­ri­ger dosiert auch frei­ver­käuf­lich in Apo­the­ken zu erwer­ben sind. Ich bekom­me mei­nen Magen­schutz aller­dings auf Rezept, weil die höher dosier­ten Prä­pa­ra­te ver­schrei­bungs­pflich­tig sind.


Sod­bren­nen kennt ja nun wirk­lich jeder und wenn es nur ab und an mal vor­kommt, dann ist es auch abso­lut nicht schlimm. Tritt Sod­bren­nen über einen län­ge­ren Zeit­raum aber häu­fi­ger als zwei­mal die Woche auf, dann spricht man vom soge­nann­ten Reflux. Wie genau der Reflux ent­steht, wel­che Ursa­chen es gibt und was pas­siert, wenn man lang­an­hal­ten­des Sod­bren­nen igno­riert erfahrt ihr im heu­ti­gen Bei­trag. Nütz­li­che Tipps habe ich auch mit­ge­bracht… und natür­lich jede Men­ge per­sön­li­che Erfahrungen.

Sodbrennen-Reflux

Alles fängt mit Sod­bren­nen an. Wie oben schon geschrie­ben spricht man von der gastro­öso­pha­gea­len Reflux­krank­heit, wenn man dau­er­haft oder regel­mä­ßig an sau­rem Auf­sto­ßen oder Sod­bren­nen lei­det. Ver­ur­sacht wird das unan­ge­neh­me »hoch­kom­men« des Magen­in­halts durch eine Funk­ti­ons­stö­rung des Ver­schluss­me­cha­nis­mus zwi­schen Spei­se­röh­re und Magen. Die Mischung aus Spei­se­brei, Magen­säu­re und Gal­len­flüs­sig­keit reizt die Spei­se­röh­re, da die­se im Gegen­satz zum Magen kei­ne vor Säu­re schüt­zen­de Schleim­haut­schicht hat. Die­se »Ver­ät­zun­gen« füh­ren dann zu Ent­zün­dun­gen, wel­che mit der Zeit chro­nisch wer­den kön­nen – dann spricht man von der Reflux­öso­pha­gi­tis, also der durch Reflux (late­nisch »Rück­fluss«) ver­ur­sach­ten Speiseröhrenentzündung.

Refluxösophagitis

Anfangs hat man nur die­ses ner­vi­ge Sod­bren­nen und ab und an mal ein star­kes bren­nen hin­ter der Brust. Spä­ter hast du irgend­wann schon den gan­zen Hals von innen ent­zün­det, hast Reiz­hus­ten oder kannst nicht mehr flach lie­gen, weil dir sonst alles wie­der hoch kommt. Pha­sen­wei­se ist man dann rich­tig hei­ser oder kann nicht mehr rich­tig schlu­cken. Wenn man nachts auf­wacht, weil einem der Magen­in­halt in die Lun­ge gelau­fen ist und man fast erstickt, dann ist der Reflux an einem kaum mehr erträg­li­chen Punkt angelangt.

Man ver­liert ja auch den Hun­ger und die Lust am Essen, wenn man nach den Mahl­zei­ten noch schlim­me­re Beschwer­den hat. Sind durch den Reflux und die Ent­zün­dun­gen auch die obe­ren Atem­we­ge gereizt, dann kann dir der dar­aus resul­tie­ren­de Reiz­hus­ten Nacht für Nacht den Schlaf rau­ben. Man muss immer auf­pas­sen, dass man erhöht liegt und was und wann man isst oder trinkt. Vie­les kann man dann über­haupt nicht mehr zu sich nehmen.

Stadien

Die chro­ni­sche Spei­se­röh­ren­ent­zün­dung wird in unter­schied­li­che Sta­di­en ein­ge­teilt. In einer Gastro­sko­pie schaut man sich den Zustand der Spei­se­röh­re von innen an und der fest­ge­stell­te Grad der Gewe­be­schä­di­gung bestimmt dann das jewei­li­ge Krankheitsstadium.

0: Bei Grad 0 sind kei­ne Ver­än­de­run­gen am Gewe­be zu sehen. Zu die­sem Zeit­punkt lei­det man zwar an der Sym­pto­ma­tik des Reflux jedoch ist dadurch noch kei­ne ernst­haf­te Ent­zün­dung der Spei­se­röh­re erfolgt.

Ia / Ib: Bei Grad Ia zei­gen sich fle­cken­för­mi­ge Ero­sio­nen, also klei­ne fri­sche Wun­den in der Spei­se­röh­re. Bei Grad Ib sind die­se Ero­sio­nen bereits mit einer Fibrin­schicht bedeckt. Die­se Fibrin­schicht besteht aus Gerin­nungs­fak­to­ren; damit ver­sucht der Kör­per die Wun­den zu schließen.

IIa / IIb: Ab Grad II war die Ent­zün­dung schon etwas stär­ker und die Ver­let­zun­gen zei­gen sich Strei­fen­för­mig und wie im Sta­di­um eins jeweils IIa ohne Belag und IIb mit Belag.

III: In Sta­di­um III haben sich die Ent­zün­dun­gen spin­del­för­mig aus­ge­brei­tet. Das inne­re der Spei­se­röh­re ist netz­ar­tig zu einer gro­ßen Wun­de geworden.

IV: Im letz­ten Sta­di­um sind dann auch die schlimms­ten Fol­ge­er­schei­nun­gen beschrie­ben. Wuche­run­gen kön­nen die Spei­se­röh­re ein­engen und die Zel­len begin­nen sich zu ver­än­dern. Letz­ten Endes kann die­ses Sta­di­um in eine bös­ar­ti­ge Erkran­kung ausarten.

Angeboren, mechanisch & eigenes Verhalten

Was sind die Grün­de für Sod­bren­nen, Reflux oder die Öso­pha­gi­tis? Sind wir immer durch eine unge­sun­de Lebens­füh­rung selbst dar­an schuld?

Es gibt unter­schied­li­che Grün­de die einen Reflux begüns­ti­gen kön­nen. Ange­bo­re­ne Ste­no­sen (Eng­stel­len) oder im Lau­fe des Lebens erwor­be­ne Zwerch­fell­brü­che kön­nen für einen Rück­fluss des Magen­in­hal­tes sor­gen, aber auch auto­im­mu­ne Pro­zes­se set­zen chro­ni­sche Ent­zün­dun­gen in Gang. Pro­ble­me mit dem Fett­stoff­wech­sel oder der Gal­len­bla­se las­sen den Magen bei­spiels­wei­se über­säu­ern. Unver­träg­lich­kei­ten und All­er­gi­en sor­gen im Magen für Ent­zün­dun­gen, wor­auf wie­der mehr Magen­saft pro­du­ziert wird und es uns förm­lich wie­der hoch kommt.

Für all­er­gi­sche, auto­im­mu­ne oder schlicht­weg mecha­ni­sche Grün­de kann daher abso­lut nie­mand etwas. Man muss dann schau­en, wie weit zumin­dest die Magen­säu­re gehemmt wer­den kann. Ein mecha­ni­sches Pro­blem lässt sich jedoch durch kein Medi­ka­ment im eigent­li­chen Sin­ne beheben.

Es gibt aller­dings auch vie­le Lebens­ge­wohn­hei­ten, die einen Reflux und des­sen Fol­gen aus­lö­sen kön­nen. Die Ana­to­mie der Spei­se­röh­re sorgt eigent­lich dafür, dass der Magen­in­halt bleibt wo er hin­ge­hört… doch kann der schüt­zen­de Schließ­me­cha­nis­mus durch ver­schie­de­ne Sub­stan­zen und Gewohn­hei­ten an Funk­ti­on ver­lie­ren. Wer regel­mä­ßig zu viel isst, läuft Gefahr sei­ne Schließ­me­cha­nik schlicht­weg aus­zu­lei­ern. Zu enge Hosen las­sen auch das Essen in die fal­sche Rich­tung wan­dern, da dadurch ein zu hoher Druck im Bauch­raum ent­steht. Beim Über­ge­wicht wie­der­um drückt das inne­re Fett auf die Orga­ne, wodurch auch ein erhöh­ter Druck auf den Magen ent­ste­hen kann. Alko­hol und Niko­tin läh­men die Schluck­me­cha­nik eben­so wie bestimm­te Herz- und Blutdruckmedikamente.

Wenn auch meis­tens wirk­lich eine unge­sun­de Lebens­füh­rung zu dau­er­haf­tem Sod­bren­nen führt, so sind die Grün­de für einen Reflux doch sehr viel­fäl­tig. Des­halb ist eine gute Dia­gnos­tik bei lang­an­hal­ten­den Beschwer­den unumgänglich.

Tipps, Tricks und Therapien

Was macht man nun bei Sod­bren­nen am Bes­ten? Also nor­ma­ler­wei­se wird bei Reflux und Spei­se­röh­ren­ent­zün­dung ein soge­nann­ter Pro­to­nen­pum­pen­hem­mer ver­ord­net der ent­we­der eine Gewis­se Zeit oder dau­er­haft ein­ge­nom­men wer­den muss. Die­se Medi­ka­men­te bewir­ken ein­fach, dass weni­ger Salz­säu­re von der Magen­schleim­haut pro­du­ziert wird, wodurch man dann weni­ger hat das auf­sto­ßen kann – dadurch wird ein erneu­tes ent­zün­den ver­hin­dert. Bei mecha­ni­schen Grün­den bleibt aber manch­mal nur eine soge­nann­te Fundo­pli­ka­tio, bei der man die Spei­se­röh­re ope­ra­tiv ver­engt. Brü­che im Zwerch­fell wer­den beho­ben, was oft in Kom­bi­na­ti­on mit einer Fundo­pli­ka­tio durch­ge­führt wird. Doch was kön­nen wir selbst tun und was hilft wenn Medi­ka­men­te kei­ne Bes­se­rung mehr bringen?

Wir alle wis­sen, dass schar­fes, fet­ti­ges und säu­re­hal­ti­ges Essen zu Sod­bren­nen füh­ren kann. Auch Soft­drinks mit viel Zucker und Aro­men sor­gen schnell für zu viel Säu­re im Magen. Koh­len­säu­re lässt uns ohne­hin auf­sto­ßen und Kaf­fee greift nun mal mit sei­nen Bit­ter­stof­fen den Magen an. Alko­hol ist genau­so schäd­lich wie Rau­chen und Stress schlägt auf den Magen.

Wenn man jetzt also in völ­li­ger Aske­se lebt, mit sich selbst und der Welt im Rei­nen ist und das Wort Ernäh­rungs­sün­de schon lan­ge der Ver­gan­gen­heit ange­hört; man genüss­lich an sei­nem Tof­u­rie­gel knus­pert und Glu­ten zum Staats­feind erklärt hat und den­noch unter Sod­bren­nen lei­det, dann blei­ben nicht mehr vie­le Mög­lich­kei­ten die Sache posi­tiv zu beein­flus­sen. Hier also mei­ne Tipps und Ver­hal­tens­wei­sen gegen Sod­bren­nen wenn sonst nichts mehr geht

  • Erhöht lie­gen ist ja fast schon nahe­lie­gend. Ich selbst habe eine Lat­ten­rost mit ­ver­stell­ba­rem Kopf­teil. Flach lie­gen hin­le­gen erleich­tert nur den Rück­fluss und macht die Sym­ptom­tik eher schlimmer.
  • Lau­war­mes Was­ser trin­ken. Es macht Sinn die Säu­re im Magen zu ver­dün­nen – nur muss man dabei auf eine Sache ach­ten, und zwar auf die Tem­pe­ra­tur. Trin­ken wir zu war­mes Was­ser muss der Magen sei­nen Inhalt run­ter­küh­len und Hit­ze ist bei Ent­zün­dun­gen und gereiz­tem Gewe­be eh nicht so ange­nehm. Kal­tes Was­ser muss der Magen erst auf rich­ti­ge Tem­pe­ra­tur brin­gen und dadurch steigt dann wie­der die Säureproduktion.
  • Klei­ne Por­tio­nen essen und zwar regel­mä­ßig. Damit der Magen nicht leer bleibt aber auch nicht zu voll ist, denn bei­des gibt der Säu­re freie Bahn.
  • Zwar sagen vie­le, dass ein Schluck Milch oder Kakao hel­fen kann, jedoch schlei­men die­se bei­den Geträn­ke auch sehr und kön­nen im Magen auf­schäu­men. Des­halb fin­de ich die­sen Tipp nur bedingt nütz­lich. Es hilft meis­tens erst ein wenig, doch macht es zumin­dest bei mir im Nach­hin­ein mehr Pro­ble­me. Toas­broat, Salz­stan­gen ohne Salz oder tro­cke­ner Reis (also nicht mat­schig gekocht) eig­nen sich gut um die Magen­säu­re auf­zu­sau­gen und damit zu bin­den.
  • Anta­zi­de: Anta­zi­de sind frei­ver­käuf­li­che Medi­ka­men­te zur schnel­len Lin­de­rung von Sod­bren­nen. Sie neu­tra­li­sie­ren die Säu­re im Magen und ver­hin­dern dadurch das bren­nen. Gän­gi­ge Han­dels­na­men sind hier z.B. Tal­cid oder Riopan.

Viel kann man lei­der wirk­lich nicht machen und ich möch­te hier jeden Betrof­fe­nen der noch nicht beim Arzt war war­nen: Dau­er­haf­tes Sod­bren­nen ist eine ernst­zu­neh­men­de Sache und soll­te ohne Zustim­mung bzw. Begut­ach­tung eines Arz­tes nicht mit irgend­wel­chen Prä­pa­ra­ten ein­fach so behan­delt wer­den. Wer dau­er­haf­te Schä­den und Fol­ge­er­kran­kun­gen ver­hin­dern will soll­te des­halb bei anhal­ten­der Pro­ble­ma­tik bei einem rich­ti­gen Medi­zi­ner vor­stel­lig werden.

Wie schauts bei euch? Habt ihr per­sön­li­che Geheim­tipps gegen Sodbrennen?

Euer Ste­phan

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Stephan Jens