Leben mit Immundefekt / Hafer, Hanf und Cannabis

Rechtsgrundlagen für Studien und Zulassungen von Impfstoffen.

Stephan

Hintergründe, Abläufe und Erklärungen.

Gabi hat sehr lange mit Zulassungsstudien gearbeitet. Sie kennt und versteht die Zulassungsprozesse, hat sich als Immundefekt-Patientin aber immer eine gesunde Skepsis bewahrt. In Zeiten voller Fehlinformationen und Falschmeldungen, hat Gabi sich einmal die Mühe gemacht und den Faktenstand für die Immundefekt-Community und alle Interessierten, aufbereitet und zusammengefasst.

Gabis Intention

Ihr Lieben,
da ich sehr lange mit Zulassungsstudien gearbeitet habe, würde ich gerne ein paar ganz grundsätzliche Dinge geraderücken.

Ich erlebe und lese immer wieder wie Menschen völlig verunsichert auf die "herumschwurbelnden" Information zur aktuellen Impfflage reagieren - und ich kann das auch total nachvollziehen.

Manchmal erschrecke ich sogar selbst und bin dann wieder erstmal ein Stück weit verunsichert. Aber ich habe Möglichkeiten, mich zu informieren - oder weiß von vorneherein, dass etwas gar nicht sein KANN.

Meine Erläuterungen sind bewusst sehr vereinfacht und verkürzt, weil es wirklich nur um ein paar wichtige Grundlagen gehen soll. Insbesondere wird es um die Punkte gehen, zu denen gehäuft falsche (bis völlig hirnrissige) Behauptungen durchs Internet schwurbeln und eigentlich alle nur verunsichern und Ängste erzeugen oder schüren. Es geht ausdrücklich nicht um Vor- oder Nachteile von Impfungen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen möchte oder eben nicht.

Ich möchte euch lediglich ein paar grundlegende Informationen an die Hand geben, die euch diese Entscheidung zumindest soweit erleichtern soll, dass ihr euch dann (hoffentlich) wenigstens nicht mehr über haltlose und sinnfreie Schwurbeleien nächtelang den Kopf zerbrechen müsst.
Die Entscheidung ist auch so schon, gerade für uns, wirklich schwer genug.

Rechtsgrundlagen

Rechtsgrundlagen für Studien und Zulassungen
gibt es erst seit dem Contergan-Skandal. Festgehalten im Arzneimittelgesetz von 1976, das seitdem ständig aktualisiert wird und an dem mittlerweile eine Vielzahl weiterer Verordnungen und Regularien anhängen. Mittlerweile gelten EU-weit ohnehin die gleichen Regeln.
Der Brexit führt dazu, dass UK (Großbritannien) jetzt eigene Wege gehen kann. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man Nachrichten über den Covid19-Impfstoff liest. Eine "Notfall-Zulassung" wie in den USA oder UK zB gibt es in den EU-Regularien nicht!

Wenn ein Hersteller ein neues Präparat zulassen möchte (egal ob Medikament oder Impfstoff), dann muss er zuvor Studien durchführen. Wie viele und wie genau ist im Grunde genau vorgegeben, kann aber in Einzelfällen auch variieren. zB wenn es eine Erkrankung gar nicht so oft gibt, wie man Patienten bräuchte.

Präklinische Studien

Das sind die allerersten Studien, die ein Hersteller durchführen muss. Sie werden nicht am Menschen durchgeführt (prä-klinisch), es sind erste Beobachtungen bei Tieren, in Zellen ua.

Die klinischen Studien sind in verschiedene Studien-Phasen aufgeteilt.
Bis zur Erteilung einer Zulassung gibt es 3 Phasen. Nach der Zulassung müssen noch Phase 4-Studien durchgeführt werden. Je höher die Phase ist, desto mehr Patienten nehmen daran teil.

In Phase 1 werden die Studien häufig an Gesunden durchgeführt - bei bestimmten Präparaten oder Indikationen gibt es allerdings keine Studien an Gesunden (Chemotherapeutika zB - das wäre viel zu gefährlich für jemanden, der keinerlei Nutzen davon hat). Impfstudien werden (logischerweise) in der Regel an Gesunden durchgeführt.

In Phase II wird in der Regel geprüft, welche Dosis die beste Wirkung bei den wenigsten Nebenwirkungen bringt. Mit dieser "optimalen" Dosierung werden dann die Phase III-Studien durchgeführt.

Phase III-Studien sind in der Regel kontrolliert und verblindet.
Kontrolliert heißt, es wird GEGEN ein anderes Mittel geprüft. zB gegen die übliche Therapie oder gegen Placebo. Verblindet heißt, weder der Teilnehmer noch der zuständige Arzt wissen, welcher Teilnehmer was bekommt.
Aber es gibt (logische) Ausnahmen! zB kann man einem Krebspatienten nicht einfach Placebo geben, es muss auch in einer Studie sichergestellt sein, dass er eine adäquate Therapie bekommt. Auch für unsere Indikation = Erkrankungen würde das zutreffen. Zudem gibt es Präparate bei denen ein Placebo nicht funktioniert, zB weil der Unterschied zu schnell und zu leicht offensichtlich werden würde.

Alle diese Studien werden normalerweise hintereinander durchgeführt. Es wird also jede Studienphase abgeschlossen, ausgewertet, diskutiert, bewertet - und dann folgen die nächsten Studien. Meist liegen dazwischen Phasen, in denen Finanzierungslöcher gestopft werden müssen.
Das alles dauert unfassbar lange und verschlingt mittlerweile wirklich Unsummen an Geldern. Und das hat überhaupt nichts mit "Big böse Pharma" zu tun - sondern mit den Ansprüchen an die Qualität der Daten, die bei allen Studien erhoben werden. (Einzelheiten hierzu würden den Rahmen hier sprengen ...). Aber um ein kleines Beispiel zu geben, was mit "Qualität der Daten" gemeint ist: es reicht nicht aus, dass ein Arzt einfach sagt, einem Patienten würde es "gut gehen" oder es wäre nach der Einnahme des Studienmedikamentes "nichts gewesen".
Es gibt Studien, bei denen die Vorgabe so ist, dass eine bestimmte Anzahl von Patienten die Studie bis zum Ende durchlaufen haben müssen. zB dass man ein Medikament über eine bestimmte Dauer gibt und dann guckt, welche Wirkung, welche Nebenwirkungen.
Es gibt aber auch Studien, die ein oder mehrere festgelegte "Endpunkte" haben, an denen dann festgelegte Schritte zu erfolgen haben. zB, dass eine Studie abgebrochen werden muss, wenn eine bestimmte Häufigkeit schwerer Nebenwirkungen aufgetreten ist. Oder dass eine Studie abgebrochen werden muss, wenn sich nach einer bestimmten Dauer keine Wirkung erzielen lässt.

Die Vorgaben der Behörden können auch ganz individuell für ein ganz bestimmtes Präparat oder eine Präparate Gruppe festgelegt worden sein.
So gab es bei den jetzt durchgeführten Impfstudien die Vorgabe über eine Mindestlaufzeit von 2 Monaten. Dies deshalb, weil man mittlerweile weiß, dass die meisten schwerwiegenderen Folgen innerhalb dieser Zeitspanne auftreten (siehe Impfstoff für die Schweinegrippe!)
Zudem waren weitere Endpunkte festgelegt, wie beispielswiese eine Mindestanzahl an Impfversagern (also Infizierte trotz Impfung) und schweren Fällen von Covid19-Erkrankten.
Zudem werden die grundsätzlichen Bestimmungen immer wieder neu angepasst (meist werden sie verschärft!).

Deshalb ist es per se unsinnig die Zulassung von einem Medikament X mit einem Impfstoff Y vergleichen zu wollen!
Und selbst bei sehr ähnlichen Wirkstoffen kann man eine Zulassung von vor 5 Jahren u.U. nicht mit einer aktuellen vergleichen.

Zulassung

Sind alle Daten vom Hersteller erhoben worden, schnürt er ein "Päckchen" (mitunter ist das eine ganze Wagen-Ladung voller Unterlagen!) und übermittelt sie der zuständigen Behörde samt dem Antrag auf Zulassung (kostet übrigens auch wieder nicht gerade kleine Summen).
Die Behörde hat nun einen bestimmten Zeitrahmen, in der sie diese Daten prüft, bewertet und dann über die Zulassung entscheidet.
Für eine Standardzulassung beträgt dieser Zeitrahmen 210 Tage.
Es gibt eine schnellere Form der Zulassung, bei der dieser Zeitrahmen auf 150 Tage verkürzt ist.

Die Zulassung kann erteilt werden, versagt werden oder mit Auflagen verbunden sein (zB mit bestimmten Vorsichtsmaßnahmen).
Ein Grund eine Zulassung zu versagen ist meistens der, dass ein Hersteller ungenügende Daten zur Wirksamkeit oder zu Nebenwirkungen vorgelegt hat oder, dass die aufgetretenen Nebenwirkungen (während der Studie) den aufgezeigten Nutzen nicht rechtfertigen. Dass also das Risiko höher ist als ein möglicher Nutzen. Und auch der dreihundertzwölfte Betablocker bekommt keine Zulassung, wenn er keine wesentlichen Vorteile gegenüber bereits zugelassenen Betablockern vorweisen kann.

Seit neuestem gibt es ein sogenanntes Rolling Review (Rollierende Überprüfung).
Dabei erhält die Behörde die Daten laufend (also nicht gesammelt am Ende).
Erst wenn alle erforderlichen Daten bei der Behörde vorliegen, kann der Hersteller den Antrag auf Zulassung stellen.

Damit verbunden ist eine bedingte Zulassung.
Diese wird lediglich für ein 1 Jahr erteilt und ist an zahlreiche Bedingungen geknüpft. u.a. eine sehr strenge Überwachung sowie weitere Daten.
Eine bedingte Zulassung kann durch die Behörde jederzeit sehr schnell widerrufen werden.
(Bereits erteilte Zulassungen können grundsätzlich widerrufen oder mit Auflagen versehen werden, aber bei einer Standard-Zulassung ist das langwieriger und schwieriger).

Bei der jetzt erwarteten Zulassung des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer geht es um genau diese Art von Zulassung. Für den Moderna-Impfstoff gilt das gleiche - hier wird die Zulassung für Anfang Januar erwartet.
Bei CureVac ist die Phase III-Studie gerade erst angelaufen. Erste relevante Ergebnisse werden für März/April 2021 erwartet.
Derzeit ist für 2021 realistisch nicht mit weiteren Impfstoffkandidaten zu rechnen. Beim Impfstoff der Uni Oxford/AstraZeneca ist momentan nicht so ganz klar, wann damit zu rechnen ist.

Die Daten der relevanten Phase III-Studie von BioNTech/Pfizer wurden bereits publiziert.
Die EMA (die zuständige EU-Behörde für die Zulassung dieses Impfstoffs) prüft genau diese "die Datenlage" hinsichtlich einer möglichen Zulassung
(sofern der Hersteller inzwischen nicht noch weitere Daten nachgeliefert hat - was er ja laufend machen muss!) Das heißt, sie befindet, ob die in den Studien aufgezeigte Wirkung die aufgetretenen Nebenwirkungen rechtfertigen. Kann dies positiv bewertet werden - erfolgt die Zulassung.

Dauer bis zu einer Zulassung

Wir haben es alle jetzt schon so oft gelesen: "aber es dauert doch normalerweise 7 - 10 Jahre, bis ein Impfstoff zugelassen wird. Wenn es jetzt so schnell geht, dann stimmt doch da was nicht, oder?
Stimmt - normalerweise KANN das durchaus so lange dauern.

Da überlegt sich ein kluger Kopf, man könnte diese oder jene Impfung so oder so konzipieren und macht erste Versuche im Labor. Dann muss er andere davon überzeugen, dass das einen Sinn hat - dazu muss er weitere Versuchen machen oder bereits gemachte Versuche wiederholen.
Bei positiver Aussicht muss er jetzt die Finanzen organisieren, denn alles weitere wird richtig teuer. Dann kommen die obengenannten präklinischen und klinischen Studien. Mit allen Hürden und Unterbrechungen. Und bis bei einer Phase III mehrere tausenden oder gar zehntausenden Patienten in die Prüfung eingeschlossen werden UND dann noch ausgewertet werden konnten, vergehen oft viele Jahre.
Plus die 210 Tage für die Zulassung!

All das - trifft aber für die mRNA-Impfungen NICHT zu. Nichts davon!

mRNA kennt man grundsätzlich seit Ende der 60er.
Sie für Arzneimittel einsetzen und nutzen zu können, damit wird bereits seit Ende der 1999 gearbeitet - dank der zufälligen Entdeckung eines jungen Doktoranden namens Ingmar Hoerr. Auf YT kann man seine eigene Erklärung zu mRNA und die Geschichtte dazu ansehen (war bei Markus Lanz). Man kann sie auch als Laie einigermaßen gut verstehen.
https://www.youtube.com/watch?v=W6i59JNt7os
Ingmar Hoerr ist übrigens der Gründer von CureVac. Weil er niemanden gefunden hat, der seine Entdeckung weiterentwickeln wollte - hat er es eben selbst gemacht.

Sowohl CureVac als auch BioNTech verfügen bereits seit mehreren Jahren über Erfahrungen zu Impfungen mit mRNA - nur eben nicht bei Infektionskrankheiten, sondern bei Krebs. Es gab auch bereits erste Testphasen zu anderen Infektionskrankheiten. Aber jetzt wurde der Fokus natürlich sehr massiv auf Covid19 gesetzt.

Die klinisch notwendigen Studien zur Zulassung wurden ineinandergeschoben, also überlappend durchgeführt. Aus verschiedenen Gründen gab es das auch früher schon, nur jetzt eben aus dringlichen Zeitgründen.

Bei einem Rolling Review werden alle Daten sofort an die Behörde übermittelt (siehe oben). Teilnehmer zu finden ist in einer grassierenden Pandemie kein großes Problem. Über Finanzierung musste man sich auch keine Gedanken machen, weil sowohl die EU und die deutsche Regierung wirklich viel investiert und gefördert haben - eben um eine möglichst schnelle Zulassung zu erreichen.

So traurig diese Tatsache auch ist - aber es hat wirklich eine ganze Menge mit Geld zu tun, wie schnell etwas zugelassen werden kann.
Und daran ist eigentlich auch gar nichts "Verwerfliches" oder Unmoralisches. Niemand von uns arbeitet ehrenamtlich in einer Firma - wir möchten alle am Monatsende ein Gehalt für unsere Arbeit. Und wir alle erwarten, dass ein zugelassenes Präparat sicher für uns ist. Es gilt also mittlerweile wirklich sehr hohe Qualitätsstandards zu beachten - alles eine Frage von Personal, Material und damit eben auch Geld.

Unterschiedliche Impfstoffe (auch für Covid19)

BioNTech/Pfizer, Moderna und CureVac arbeiten alle mit den bereits erwähnten mRNA-Impfstoffen. Die zwar erstmalig so in einem Impfstoff eingesetzt werden, dennoch aber so neu eben doch nicht sind (wie so manche Schwurbler es uns glauben machen wollen).

Alle drei Impfstoffe basieren auf dem gleichen Konzept, haben aber diverse, kleinere Unterschiede, die sich dann zB auch in der Lagerung und im Transport widerspiegeln.
(laut der Aussage eines Infektiologen der LMU München hat der BioNTech/Pfizer-Impfstoff keine Konservierungsstoffe und ist deshalb so empfindlich).

Die mRNA, also das, was bei der Impfung gespritzt wird, ist in winzig kleine Fettbläschen verpackt. Das ermöglicht es, die mRNA in bestimmte Körperzellen hineinzubekommen, wo sie dann abgelesen und die Proteine (Eiweiße) gebaut" werden, gegen die unser Immunsystem dann Antikörper und/oder eine sogenannte T-Zell-Immunantwort entwickelt.

Der Impfstoff der Uni Oxford/AstraZeneca ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Dabei wird ein Genschnipselchen des Covid19-Virus (samt der mRNA!) in einen unschädlichen Erkältungsvirus (Adenovirus-5) gepackt - danach passiert im Grunde genommen das gleiche.

Im Grunde ist es also so gesehen kein Impfstoff, sondern eine Bauanleitung, mit Hilfe derer unser eigener Organismus selbst den "Impfstoff" produziert. Nämlich Abwehrzellen. Und zwar gegen das Eiweiß (Protein), das unser Organismus nach Anleitung selbst herstellt hat.

Dieses Protein sieht optisch so aus, wie ein winzig kleines Stücken Virus - mit diesem Zapfen obendrauf, an dem es unser Immunsystem als Feind erkennen und vernichten kann.

Daher kommen auch die bekannten üblichen Nebenwirkungen wie Fieber, Gliederschmerzen usw. - der Organismus wehrt sich gegen einen fremden Eindringling und in einem Kampf geht es gelegentlich auch mal heiß her. Beim einen mehr, beim anderen weniger oder auch gar nicht zu spüren.

Das alte Prinzip der Impfstoffherstellung war es, fertige Abwehrzellen zu injizieren = PASSIVE Immunisierung.
Vom Grundprinzip her gilt das eigentlich auch für unsere IgG-Infusionen, die ja einen ganzen Cocktail aus diversen Abwehrzellen enthalten.
Sind diese Abwehrzellen aufgebraucht muss erneut geimpft werden. Ebenfalls wie bei unseren Infusionen.

Bei der Impfung durch eine AKTIVE Immunisierung wird ein abgeschwächter oder abgetöteter Erreger gespritzt, also das Bakterium oder das Virus selbst, nur eben nicht mehr pathogen = krankmachend.

Weil manche dieser Erreger durch die Abschwächung oder Abtötung für den Organismus so "harmlos" geworden sind, werden Zusätze dazu gegeben (Adjuvantien), die dafür sorgen, dass an der Impfstelle eine größere Entzündung entsteht, um mehr Immunzellen zur Impfstelle zu leiten. Bisher hat man so Dinge wie Quecksilber oder Aluminium verwendet, neuere Impfstoffe bekommen andere Substanzen oder auch bestimmte Pflanzenextrakte als Adjuvans hinzugefügt.
Derzeit gibt es einen einzigen Impfstoff in der Testphase (Novavax, USA), der ebenfalls ein Vektor-Impfstoff ist, aber dennoch ein (pflanzliches) Adjuvant enthält, das zu einer höheren Wirksamkeit führen soll.

Das ganz alte - und heute durchaus noch übliche - Konzept einer Impfung ist es, eine (sehr) geringe Menge des "lebenden" Erregers zu spritzen. Kuhpocken, wie damals bei Edward Jenner, die Massenimpfungen gegen die Pocken der 60er/70er Jahre oder wie heute noch zB die Masern.

Lebendimpfstoffe sind nicht per se "gefährlicher", nur für uns hier (meist) kontraindiziert. Eben weil sie "lebende" Erreger enthalten, gegen die sich unser marodiertes Immunsystem möglicherweise (!) nicht oder nicht ausreichend wehren kann und deshalb zu einer "richtigen" Infektion mit dem Erreger führen könnten. Alle anderen Impfstoff-Arten sind als solche nicht dazu in der Lage. Weshalb sie für uns - pauschal - auch nicht kontraindiziert sind. Ob sie sinnvoll oder u. U. trotzdem im Einzelfall nicht anzuraten sind kann nur jeweils individuell im Gespräch mit dem eigenen Behandler festgelegt werden.

Deutsche Sprache, schwäääre Sprache - das Unwort "GENMANIPULIERT".
Genmanipuliert = Gene wurden manipuliert.
Heißt, es wurden Veränderungen an der DNA im Inneren des Zellkerns vorgenommen.

So wie beim Mais, damit er sich besser gegen Parasiten wehren kann. Oder wie bei zahlreichen Versuchen, kaputte DNA-Sequenzen zu reparieren oder zu ersetzen (zB bei Erbkrankheiten). Per se also erstmal kein Ansatz, der uns Übles will. Dennoch gefährlich. Nicht als solches, aber wegen derzeit noch nicht absehbarer längerfristiger Folgen.
Daher auch - zu Recht - umstritten.

Und welcher Hersteller wäre nun so dämlich, in einer weltweiten Pandemie ausgerechnet einen Impfstoff zulassen zu wollen, der diesem Prinzip folgt? Auch Hersteller wollen überleben.

Ein Impfstoff, der UNSERE Gene verändern würde, wäre gen manipulierend.
Und ja, an so Genschnipselchen von Viren oder Bakterien oder an mRNA, da muss man durchaus ein klein wenig verändern (manipulieren), damit sie tun können, was sie tun sollen und nicht unkontrolliert irgendwelchen Unfug treiben oder sofort vom Immunsystem als fremder Eindringling vernichtet werden.

Weder der mRNA-Impfstoff noch der Vektor-Impfstoff gelangen in den Zellkern, sondern nur in die Zelle. Die DNA (also "die Gene") sitzen im Zellkern. Das ist wie eine kleine Minizelle in einer Körperzelle. Vergleichbar mit einer Aprikose (das wäre unser Körper): der Aprikosenkern ist die Zelle und wenn man ihn aufknackt, ist der Samen drin - bildlich vergleichbar mit der DNA. Geschützt wie Fort Knox - auch eine Zelle weiß ihr Allerheiligstes durchaus gut zu schützen und zu verteidigen.

Der Zellkern entlässt die mRNA AUS dem Zellkern in das Zellinnere. mRNA ist wie so eine Art Strickanleitung für alle möglichen Proteine. Geschrieben mit "Zaubertinte", die in sich zerfällt, sobald sie gelesen wurde.
Selbst wenn sie nicht so instabil wäre und nicht zerfallen würde, gibt es kein Zurück in den Zellkern - wie gesagt, Fort Knox ...

Zu Vektorimpfstoffen kann ich im Detail nicht allzu viel erklären, aber das Grundprinzip ist das gleiche. Da bisher noch kein solcher Impfstoff zugelassen wurde, gibt es hierzu auch noch nicht so viele (detailliert erklärende) Informationen, die man auch ohne drei akademische Titel einigermaßen verstehen kann. Ein Vektor ist halt etwas mehr als "nur" die mRNA, das ist einfacher herzustellen und daher auch günstiger in der Produktion.

Noch ein paar Anmerkungen zu einigen weiteren, im Internet kursierenden Annahmen, Vermutungen, Behauptungen und Spekulationen, die selbst so manchen Arzt derzeit wirklich zutiefst verunsichern.
So erzählte ein (prakt.) Arzt bei einer Fortbildungsveranstaltung, er hätte "gehört", im Beipackzettel würde stehen, die Impfung würde unfruchtbar machen.

Zunächst mal:
es gibt (in Deutschland) noch keinen Beipackzettel - weil es in Deutschland noch keine Zulassung gibt. Beides hängt unmittelbar zusammen. Beipackzettel werden grundsätzlich mit den Behörden zusammen abgestimmt, bzw. sie müssen von ihnen genehmigt werden. Es KANN also gar nicht "im Beipackzettel" stehen.

Auch Aussagen, wer beispielsweise nicht geimpft werden DARF, können für Deutschland derzeit noch nicht verbindlich gesagt werden. Auch das durch die Zulassungsbehörde festgelegt und auch der genaue Wortlaut dazu.

So ist beispielsweise im Beipackzettel für Großbritannien ein Warnhinweis enthalten, dass Personen, bei denen schwerwiegende allergische Reaktionen (anaphylaktische Schocks) bekannt sind, nicht geimpft werden SOLLEN (englisch: should not). Die aktuell bekannten zwei Fälle aus England mit derartigen anaphylaktischen Schocks hätten also überhaupt nicht geimpft werden "sollen", weil bei dieser speziellen Allergiker Gruppe bereits bekannt ist, dass genau das passieren kann. Sie tragen deshalb auch stets einen "Notfall-Pen" bei sich.
Es heißt explizit "sollen" und nicht "dürfen", weil es u. U. notwendig sein kann, auch einen solchen Patienten zu impfen. Fachkundige Ärzte wissen dann auch damit umzugehen.

Von "unfruchtbar machen" steht auch im britischen Beipackzettel einfach gar nichts. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass der Impfstoff an Schwangeren nicht getestet wurde.
Schwangere sind bei normalen pharmazeutischen Studien grundsätzlich ausgeschlossen. Die Teilnehmer müssen sich auch dazu verpflichten, während der Studiendauer für eine entsprechend sichere Verhütung zu sorgen. Dennoch kommt es vor, dass gelegentlich eine Studienteilnehmerin schwanger wird. In der BioNTech/Pfizer-Studie ist dies aber nicht passiert.
In der Moderna-Studie gibt es wohl insgesamt 10 Schwangerschaften. Näheres dazu weiß ich aktuell nicht - aber sofern diese nicht allesamt in der Placebogruppe sind, wären sie schon mal ein deutlich sichtbarer Gegenbeweis für diese Behauptung.

Bei dem im Internet zu findenden "Beipackzettel" aus Großbritannien handelt es sich zudem nicht um die übliche Packungsbeilage für Patienten.
Es ist eine vorläufige Fachinformation für med. Fachpersonal. Darin steht kurz zusammengefasst, mehr oder weniger alles, was man aktuell weiß, plus alle notwendigen Informationen für die Handhabung, Verteilung der Dosen, Lagerung, Transport und Impfung am Patienten.

Zum Ende noch ein kleiner Griff, tief in die Schwurbelkiste des Internets:
Hat jemand hier Angst, dass gleichzeitig mit der Impfung ein Chip implantiert wird?

Ich verkneife mir an dieser Stelle den Kichersmilie, weil ich mir gut vorstellen kann, dass es durchaus Menschen geben könnte, die sich selbst durch einen für mich so offensichtlichen Unsinn durchaus verunsichern lassen.
Immerhin gibt es sogar Ärzte mit Zulassung und Praxis, die so einen Stuss verbreiten (ob sie es tatsächlich selbst glauben, sei mal dahingestellt).

Nun, auch wenn ich nicht genau weiß, welche Art von Chip da nun angeblich implantiert werden soll und welche Funktionen er überhaupt haben soll - viele von uns wissen selbst sehr gut, WIE so ein Chip implantiert wird.
Tierbesitzer nämlich. Wer mal beim Setzen zugeguckt hat, weiß auch, wie dick und lang so eine Nadel ist, mit der so ein Chip gesetzt wird. Und mag sich selbst gar nicht vorstellen, wie weh das wohl tut.
Dieser simple Chip ist ungefähr reiskorngroß und völlig ohne jede Funktion. Er trägt nur eine Nummer, die man mit einem speziellen Gerät ablesen kann.
Kostenpunkt - so zwischen 30 und 90 Euro.

Ich fürchte, selbst Bill Gates kann es sich nicht leisten, derartige Chips, die ja dann auch noch irgendwelche Funktionen haben müssten (wenn wir jetzt halt wüssten, wozu sie dienen sollen!) weltweit in sämtliche Impfstoffe zu schmuggeln, um sie uns einzupflanzen. Es geht doch um eine weltweite Verschwörung, oder?
Mit hauchdünnen, kurzen Nädelchen.
In einem durchsichtigen Impfstoff, in dem man jedes schwebende Pfefferkörnchen sofort sehen würde.
Wo doch die mRNA-Impfstoffe so um die 20 Euro, die Vektorimpfstoffe so etwa 2 Euro kosten werden.

Sorry, für meinen leicht lästernden Tonfall an der Stelle - aber so ganz nüchtern und sachlich kann ich bei so einem unsäglichem und offensichtlichen Dummfug nicht bleiben.

Mit lieben Grüßen, Gabi

Teilen twitter/ facebook/ Link kopieren
Du hast dich erfolgreich bei stereotypisch angemeldet
Willkommen zurück! Du hast dich erfolgreich angemeldet.
Fantastisch! Du hast dich erfolgreich eingetragen!
Your link has expired
Erfolg! Ihr Konto ist vollständig aktiviert, Sie haben jetzt Zugang zu allen Inhalten.
Bitte gib mindestens 3 Zeichen ein 0 Deine Suchergebnisse

Sollen wir eine Schlagwort vorschlagen?

Systemfehler Kopfkino Grünzeug Bluescreen

Sollen wir einen Autor vorschlagen?

Stephan Jens